Willkommen auf der Homepage der Gemeinde Böel

Alteingesessene Böeler schwören darauf, dass ihr Ortsname mit dem Umlaut "ö" geschrieben wird, denn Böel hieß 1231 noch "Böla".
Ab 1892 kam dann aber auch die Schreibweise "Boel" auf. So kündigt ein Verkehrsschild an der Straße nach Böklund zum Beispiel den Ortsteil "Boelwesterfeld" an. Sicher ist, dass es die "neue" Gemeinde mit dem Hauptdorf Böel und dem früher eigenständigen Böelschuby erst seit der Verschmelzung von 1974 gibt. Sozusagen in doppelter Ausfertigung aus der Vergangenheit herüber gerettet wurden nur die Freiwilligen Feuerwehren und die Jagdgenossenschaften.
Wer das Herzstück von Böel sucht und mit ihm jene Stätten, mit denen sich die Bürger identifizieren, hat vier Bauwerke ins Blickfeld zu nehmen. Sie liegen jeweils nur einen Steinwurf weit auseinander: die als Backsteinbau für romanische Angelner Gotteshäuser eher untypische St.-Ursula-Kirche, das Pastorat mit dem ev. Bonhoeffer-Gemeindezentrum, dem ev. Kindergarten (früher Dorfschule) und die Gaststätte "Lindenhof", dem erst vor kurzem von der Kommune mit finanzieller Unterstützung neues Leben als dörflicher Treffpunkt eingehaucht worden ist. [...]

Einer, von dem auch etliche Jahre nach seinem frühen Tod noch jeder Einheimische mit Hochachtung spricht, ist Pastor Hans-Joachim Ottemann. Dieser kernige Typ war Mittelstürmer bei dem von ihm gegründeten "Himmlischen Kickern"; er gründete den Böeler Sportverein, war dessen Vorsitzender und als Oldtimer-Freund begeisterter Isetta-Fahrer. Es hat so viele positive Spuren im Kirchspiel Böel hinterlassen, dass der Platz vor dem Kindergarten heute seinen Namen trägt.
Zu den Besonderheiten von Böel gehört, dass durch den Ort eine Sprachgrenze verlief: vor 1864 wurde südlich der Au Deutsch gesprochen, nördlich davon war Dänisch Pflichtsprache. Überliefert ist, dass manche Eltern ihre Kinder nicht in der Volksschule Böel anmeldeten, sondern südlich der Au, um dem dänischen Sprach-Diktat zu entgehen.
Was die Böeler ansonsten mit ihrem Dorf emotional verbindet? Es sind die Ruhe und Beschaulichkeit abseits der Fernstraßen im welligen Land Angeln, wo der Boden so fett ist wie ehedem. Und wenn einmal im Jahr zum Dorffest wieder das Motto ausgegeben wird: "Böeler Vereine laden ein", dann kommen alle auf die Beine: Blauröcke, die Chorsänger der Kirche und des Singkreises, die Sportler. Die Dorfgemeinschaft ist intakt. Und die Natur ebenfalls, denn sonst würde das Böeler Storchenpaar nicht dem Ort so eisern die Treue halten.

Quelle: Internet-Datenbank Schleswig-Holstein: Topographie: Böel